VORTRÄGE

Hannah Höch »Von der Balance zwischen den Polen«

Hannah Höch (1889–1978) war eine deutsche Malerin, Grafikerin und Collagekünstlerin des Dadaismus. Das Deutsche und das Fremde, die starken Männer und die kämpfenden Frauen beschäftigten sie ebenso wie ausmontierte Seelen, sterbendes Gewissen, wie Weltraum-Erde-Mond.

Zwei Weltkriege und die Einsamkeit der inneren Emigration im Faschismus schossen ihr Leben in Splitter. Zerfall als Generationserfahrung. Was tun mit den Trümmerteilen einer Kultur, die die Zerstörung in sich trägt?

Hannah Höchs Antwort lautete immer wieder: DADA! Sich mit Collage und Montage einer Flucht aus der Wirklichkeit entgegenstemmen. Die Splitter so zusammensetzen, dass sie zeigen, was liebliche Bilder verbergen.

»Ich bin der Photomontage und der ihr verwandten Collage treu geblieben. Bis zum heutigen Tag habe ich versucht, mit diesen Techniken mein Gedankengut, Kritik, Sarkasmus, aber auch Trauer und Schönheit zum Ausdruck zu bringen, um auf diese Weise Kontakt mit der Welt zu haben.«

Von 1915 bis 1978 versuchte sie mit künstlerischen Mitteln auf dem Seil zwischen den Polen die Balance zu halten. Sehen wir nach, wie gut wir auf diesem Seil tanzen können, denn Hannah Höchs Themen sind aktuell geblieben.

Referentin: Astrid Petermeier; Kunsthistorikerin, Astrologin und Autorin, lebt im Ruhrgebiet

 

Termin: Do. 28.03.19 | 19:00 Uhr

Eintritt: 6,- € / erm. 5,- €