Online Fachtag 07.09.2021: Workshops


Workshop 1: Wie kann ein diskriminierungssensibles Bewerbungsverfahren gestaltet werden?

Referentin: Sotiria Midelia, Trainerin und Teil der Geschäftsführung des Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.

Anonymisierten Bewerbungsverfahren sind ein guter Weg, diskriminierungssensible Bewerbungsverfahren umzusetzen. In einem anonymisierten Verfahren werden Personenbezogene Angaben und Daten, wie z.B. der Name, das Alter, das Geschlecht, der Familienstand oder auch das Foto weggelassen. Bei anonymisierten Lebensläufen stehen ausschließlich die Qualifikation, Kompetenzen und Fähigkeiten der Bewerber*innen im Mittelpunkt.

 

Nachfolgende Fragen sollen im Workshop behandelt werden:

 

  • Wie wird ein anonymisierten Bewerbungsverfahren umgesetzt, was wird dafür benötigt?
  • Welche relevanten Aspekte eines anonymisierten Bewerbungsverfahren spielen eine Rolle?
  • Wie kann eine barrierefreie und diskriminierungssensible Stellenausschreibung aussehen? Was muss dabei beachtet werden?

 

Neben diesen Fragen wird es ebenso Raum geben, um auf die Anliegen und Fragen der Teilnehmenden einzugehen.


Workshop 2: Sexuelle Diskriminierung am Arbeitsplatz - Was tun?

Referentin: Susanne Hampe, Bellis e.V. Leipzig und bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe Frauen gegen Gewalt

Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland hat sexuelle Diskriminierung am Arbeitsplatz schon einmal erlebt oder beobachtet – über ihre Rechte sind viele aber nur unzureichend informiert. Diese Form der Diskriminierung stellt damit zweifellos ein gesamt-gesellschaftliches Problem dar, dem sich Arbeitgeber:innen aus allen Branchen annehmen müssen, auch weil sie rechtliche Schutzplichten haben. Trotz der hohen Betroffenenzahlen ebbt die Resonanz auf Aktionen wie #MeToo und #aufschrei schnell wieder ab.

 

Mit dem Anfang 2019 gestarteten vierjährigen Projekt „make it work!“ will der bff: die Debatte weiterführen und den Umbruch hin zu einer gewalt-und diskriminierungsfreieren Arbeits-Kultur mitgestalten.


Workshop 3: Beschwerdemanagement in Diskriminierungsfällen

Referentinnen: Annette Martucci und Borghild Strähle, adis e.V. – Antidiskriminierung · Empowerment · Praxisentwicklung

Für den Abbau von Diskriminierung in Unternehmen oder Verwaltungen ist es wichtig, dass Menschen, die Diskriminierung erleben, diese auch zur Sprache bringen (können). Organisationen können so angemessene Schritte ergreifen, um bestehende und potentielle Diskriminierungen zu beenden und Betroffene dabei unterstützen ihre Rechte durchzusetzen. Im Workshop soll diskutiert werden, wie Beschwerdeverfahren ausgestaltet werden können und welche Schritte möglich und notwendig sind, um wirksame Verfahren zu etablieren.


Workshop 4: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz im Kontext von Beschäftigungsver-hältnissen

Referentin: Burcu Akdoğan-Werner, Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, das zum 1. August 2006 in Kraft getreten ist, dürfen Beschäftigte nicht aufgrund ihres Geschlechts, ihrer ethnischen Herkunft, rassistischer Zuschreibungen, einer Behinderung, ihres Alters, ihrer sexuellen Identität oder Orientierung sowie ihrer Religion oder Weltanschauung am Arbeitsplatz diskriminiert oder belästigt werden.

 

Das AGG hat durch die Verpflichtung, eine diskriminierungsfreie Arbeitsorganisation zu gewährleisten, vielfältige Auswirkungen auf die betriebliche Praxis sowie auf die Personalarbeit. Diese reichen von der Formulierung von Stellenausschreibungen über die Entscheidung über Stellenbesetzungen sowie Beförderungen und Kündigungen bis hin zur betrieblichen Altersversorgung und dem Umgang der Belegschaft untereinander.

 

Aufgrund der Organisationspflichten der Arbeit gebenden Seite müssen Führungskräfte sowie Mitarbeiter*innen unterrichtet und geschult werden. Außerdem ist jedes Unternehmen verpflichtet, eine betriebliche Beschwerdestelle einzurichten.

 

In dem Seminar informieren wir Sie über die rechtlichen Grundlagen des AGG und erörtern, welche Auswirkungen das AGG auf Ihr Unternehmen hat und thematisieren praxisnahe Maßnahmen für ein gleichberechtigtes und diskriminierungssensibles Miteinander am Arbeitsplatz.

 

Inhalte des Workshops:

  1. Was ist Diskriminierung?
  2. Diskriminierungskategorien des AGG
  3. Anwendungsbereich des AGG mit Fokus auf dem Bereich Arbeit
  4. Diskriminierungsarten
  5. Ausnahmen vom arbeitsrechtlichem Benachteiligungsverbot
  6. Rechtsfolgen von Diskriminierung
  7. Geltendmachung von Ansprüchen
  8. Maßnahmen und Pflichten von Arbeitgeber*innen
  9. Beschwerdestelle